Das Küchenkräuter ABC
A
Anis
Die Anissamen helfen bei Blähungen, Völlegefühl und Kolliken. Sie wirken entkrampfend und sind so ein wertvolles Mittel bei Periodenschmerzen, Asthma, Keuchhusten und Bronchitis.
Ihre auswurffördernde Wirkung hilft bei Atemwegserkrankungen mit Schleim.
Die Anissamen können als Teeaufguss zubereitet werden und schmecken besonders gut mit Fenchel.
B
Basilikum
Er wirkt auf das Verdauungs- und das Nervensystem. Anwendung findet er u. a. bei Magenkrämpfen, Übelkeit und Erbrechen. Aufgrund seiner sanft beruhigenden Eigenschaften hilft er dem Nervensystem bei nervöser Erregbarkeit, Depression, Angstzuständen und Schlafproblemen.
Äusserlich wirken die Basilikumblätter bei Stichen, kleineren Bissen und insektenabwehrend.
Die frischen Blätter werden hierbei auf den Stich gerieben.
Beifuss
Vielen bekannt als Gewürz für die Weihnachtsgans ist er ein verdauungsförderndes Kraut, das appetitanregend wirkt und die Nahrungsaufnahme verbessert. Zusätzlich steigert er die Gallensekretion.
Da er mild ist kann er auch als Tee über längere Zeiträume hinweg genommen werden.
Bohnenkraut
Das Bohnenkraut hat eine beruhigende Wirkung auf das Verdauungssystem bei Blähungen und Koliken und hilft gut die Bohnen zu verdauen.
C
Chili (Cayenepfeffer)
Er ist wertvoll bei schwachem Kreislauf und verbessert vor allem die Durchblutung der Hände, Füsse und den zentralen Organen.
In die Socken gestreutes Pulver ist ein altes Mittel für alle, die unter kalten Füssen leiden.
D
Dill
Dill war schon immer ein magen- und darmberuhigendes Mittel. Seine Samen helfen gegen schlechten Atem. Er ist eine gute Zutat für Husten- und Erkältungsmittel und hat eine sanfte harntreibende Wirkung.
Er steigert die Milchproduktion und kann Koliken bei Babys verhindern, wenn stillende Mütter ihn regelmässig einnehmen.
E
Estragon
Das Kraut ist verdauungsanregend. Er ist ein leichtes Schlaf- und Beruhigungsmittel.
Bei ausbleibender Menstruation hilft er und die Wurzel kann bei Zahnschmerzen genutzt werden.
F
Fenchel
Ein Aufguss aus Fenchelsamen ist ein ausgezeichnetes Mittel um die Verdauung zu normalisieren.
Besonders bei Kindern hilft er, wenn sie zahnen oder an Kolliken leiden.
Augenwaschungen helfen bei Bindehautentzündungen und Augenbeschwerden.
G
Gelbwurzel (Curcuma)
Für die Leber ist sie ein ausgezeichnetes Mittel, ebenso für den Magen.
Sie soll gegen Schuppenflechte und Fusspilz helfen.
Sie kann als Aufguss zubereitet werden oder man stellt eine Paste aus dem Pulver her und machen einen Umschlag.
I
Ingwer
Wer unter Schwangerschaftserbrechen oder der Reisekrankheit leidet, ist mit dem Ingwer gut beraten. Auch bei sonstigen Verdauungsbeschwerden wie Magenverstimmung, Übelkeit, Blähungen und Koliken hilft er gut.
Er ist ein Kreislaufstimulans und fördert den Blutfluss zur Hautoberfläche, so dass er bei schlechter Durchblutung von Händen und Füssen hilft und gegen Frostbeulen. Gleichzeitig hilft er aber auch gegen hohen Blutdruck. Er ist schweisstreibend und fiebersenkend.
Da er auch erwärmend auf die Atemwege wirkt, hilft er bei Husten, Erkältungen, Grippe und anderen Atemwegserkrankungen.
Sie können ihn als Aufguss zubereiten oder als Tinktur.
K
Knoblauch
Vor der Entdeckung des Antibiotikas wurde er vielfach gegen Infektionen eingesetzt, wofür er heute immer noch gut ist, z. B. bei Infektionen der Atemwege, Magen- und Darminfektionen und zur Beseitigung von Darmparasiten.
Er wirkt Kreislaufproblemen entgegen, da er das Blut dünn hält, senkt den Cholesterinspiegel, den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel.
Kümmel
Der Kümmel ähnelt in seiner Wirkung dem Anis und dem Fenchel.
Als krampflösendes Mittel beruhigen die Samen das Verdauungssystem, indem sie direkt auf die Darmmuskulatur einwirken. Sie verbessern den Mundgeruch, sind appetitanregend, erleichtern krampfartige Periodenschmerzen, wirken harntreibend.
Häufig finden wir die Samen in Husten- und Bronchialmitteln, da sie auch auswurffördernd sind.
Kerbel
Auch der Kerbel beruhigt das Verdauungssystem. Er senkt den Blutdruck, reinigt das Blut und gilt als harntreibend.
In manchen Ländern Mitteleuropas wird er als Frühjahrstonikum genutzt.
Koriander
Ein Aufguss des Krautes ist ein mildes Mittel bei Blähungen, Bauchgrimmen und Völlegefühl. Er wirkt krampflösend und wirkt nervösen Spannungen entgegen.
Äusserlich kann man ihn als Lotion bei rheumatischen Beschwerden nutzen.
Ihm werden auch aphrodisierende Eigenschaften zugeschrieben.
L
Liebstöckl
Wer ihn nicht unter diesen Namen kennt, der kennt ihn bestimmt unter seiner Bezeichnung als „Maggikraut“.
Er wirkt wärmend und tonisierend und lindert so Verdauungsbeschwerden und Atemwegserkrankungen.
Er hat deutliche harntreibende und antimikrobielle Eigenschaften, leidet die Periode ein und hilft bei Periodenschmerz. Ein schlechter Kreislauf kann durch seine wärmende Eigenschaft verbessert werden.
Lorbeer
Schon die Römer benutzten ihn als Gewürz, Girlande und Heilkraut.
Er beruhigt und tonisiert den Magen, fördert die Bildung von Verdauungssekreten und ist appetitanregend.
Er hilft, ähnlich wie der Rosmarin beim Verdauen schwerer, fleischhaltiger Speisen und soll arthritische Schmerzen lindern.
M
Majoran
Er ist stimulierend und krampflösend. Er hilft bei Blähungen und Koliken und lindert Atemwegsbeschwerden ähnlich wie der Oregano.
Eine starke Wirkung hat er auch auf das Nervensystem.
Er ist ein Tonikum bei Angstzuständen, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit und er dämpft die Libido.
Gekaut hilft er bei Zahnschmerzen und geschnupft fördert er das Niesen und zieht viel überflüssigen Schleim heraus.
Muskat
Wegen ihrer Giftigkeit bei zu hohen Dosen wird sie als Arznei im Westen selten genutzt.
Muskat hat eine betäubende und anregende Wirkung auf Magen und Darm. Der Appetit wird angeregt, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall werden abgeschwächt.
N
Nelken
Nelken sind verdauungsfördernd und helfen auch gegen Schleim in der Lunge, Asthma und Erkältungen. Ihre Wirkungsweise ist warm und beruhigend, sie steigern aber auch die Lebensenergie und den Blutdruck.
Das Nelkenöl lindert Zahnschmerzen und andere Schmerzen. Durch ihre beruhigende Wirkung ist sie fast ein Schlafmittel.
O
Oregano
Manche kennen ihn unter den Namen Dost. Er hilft bei Blähungen und regt den Gallenfluss an. Seine antiseptische Wirkung lässt ihm ein guter Helfer bei vielen Atemwegserkrankungen sein. Er kann auch die Menstruation einleiten.
P
Petersilie
Die frischen Blätter sind sehr vitamin- und mineralstoffreich.
Die Samen sind stark harntreibend ebenso die Blätter aber in abgeschwächter Form. Somit helfen sie bei Gicht, rheumatischen und arthritischen Erkrankungen.
Petersilie fördert den Abtransport von Stoffwechselschlacken aus entzündeten Gelenken und die anschliessende Ausscheidung über die Niere.
Pfefferminze
Wie früher so verwendet man die Pfefferminze auch heute noch bei Bauchschmerzen und Koliken. Sie lindert Übelkeit und Blähungen, steigert den Fluss von Verdauungssäften und Gallensekret. Bei Reizdarm und Durchfall beruhigt sie den Darm, indem sie die Darmmuskeln entspannt.
Auch als Schmerzmittel kann sie angewendet werden. Mit Pfefferminzöl können wir uns die Stirn einreiben bei Kopfschmerzen und Migräne. Pfefferminze hilft vor allem, wenn die Ursache des Kopfschmerzes im Magen liegt.
Pfeffer
Die Schärfe des Pfeffers wirkt anregend auf das Kreislaufsystem und antiseptisch im Verdauungssystem. Wir können ihn mit anderen Gewürzen verwenden um den Körper zu wärmen und die Verdauung zu verbessern.
R
Rosmarin
Der Rosmarin ist ein Kreislaufstimulans. Seine wärmende Wirkung stimuliert den Blutfluss in den Kopfbereich. So fördert er Gedächtnis und Konzentration, verbessert Kopfschmerzen und Migräne und sogar den Haarwuchs. Er hilft bei nervösen Beschwerden und hebt die Stimmung.
Er kann als Tee oder als Tinktur zubereitet werden.
S
Salbei
Der Salbei ist äusserst hilfreich bei Halsentzündungen fast aller Art und für kleinere Geschwüre im Mundbereich.
Auch bei wundem Zahnfleisch kann man mit Salbei gurgeln.
Obgleich die hormonelle Wirkung nicht verstanden wird, hilft er bei unregelmässiger und ausbleibender Menstruation, ist schweisshemmend und ein gutes Mittel während der Menopause.
T
Thymian
Der Thymian findet sich bekanntlich in vielen Hustensäften. Durch seine antibiotische Wirkung hilft er bei Atemwegsinfekten.
Er kann als Tee oder Sirup eingenommen werden.
Durch seine abschwellende Wirkung hilft er auch bei verstopfter Nase, Nebenhöhlenentzündung und Mittelohrkatarrh.
V
Vanille
Die Vanille hat eine verdauungsfördernde Wirkung. Ihr süsses Aroma wirkt anregend, galletreibend und macht eine gute Laune
W
Wacholder
Der Wacholder ist sehr erwärmend auf die Harnwege. So hilft er bei Blasenentzündung und Harnverhaltung. Ebenso wärmt und entspannt er das Verdauungssystem.
Vorsicht bei Nierenentzündungen, bei Schwangerschaft oder starken Periodenblutungen.
Z
Zimt
Seine erwärmende Wirkung geht bis in die Zehen und Fingerspitzen. Sie hilft bei Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Bei Erkältungen hilft frisch gepresster Zitronensaft, mit etwas warmen Wasser mischen und 1 TL Honig sowie ½ TL gemahlenen Zimt dazugeben.
Zitronenmelisse
Ein Tee aus den Blättern der Zitronenmelisse belebt den Geist.
Sie lindert Nervosität, entspannt bei Angst, leichten Depressionen, Unruhe und Reizbarkeit und hilft einem durch Nervosität belasteten Magen.